WUK Hof und Sanitärgruppen

Hofgestaltung und Erneuerung Sanitärräume Veranstaltung  |  Planung und ÖBA  |  Auftraggeber*in: WUK Verein zur Schaffung von Kultur- und Werkstätten  |  2013  |  Wien



Die Sommerbaustelle im WUK

ein Kurzbericht von Vincent Abbrederis

Mit einem ambitionierten Zeitplan starteten wir Mitte Juli die Sommerbaustelle 2013. Als Fertigstellungstermin war die letzte Augustwoche vorgesehen. In knappen sechs Wochen sollten im Außenbereich der rückwärtige Hofbereich neu gepflastert werden und auf Stiege 3 die Publikums-WC-Anlagen erneuert werden. Unvorhersehbare, bauliche Umstände und Lieferschwierigkeiten haben die endgültige Fertigstellung um gut vier Wochen verzögert. Dennoch waren die Toiletten zur Eröffnung der Herbstsaison am 6. September bereit für die erste Spülung.

 

Was wurde Innen neu?

Im Veranstaltungsbereich und beim Projektraum an der Stiege 3 wurden die WC-Anlagen für das Publikum und den Werkstättenbereich neu errichtet. Dafür waren der Komplettabbruch aller bestehenden Zwischenwänden und Sanitäreinrichtungen, sowie die Entfernung der alten Ver- und Entsorgungsleitungen erforderlich. Im Kellergeschoß wurde für Frauen ein großer Raum mit sechs Sanitärzellen geschaffen, für die Herren ein Raum mit zwei Sanitärzellen und sieben Urinalen. Darüberhinaus wurde ein Personalraum, mit Waschgelegenheit, Dusche, WC für das Putzteam geschaffen, sowie eine Lagerfläche für diverse Arbeitsutensilien und Papiervorräte. Im Projektraum im ersten Stock entstanden eine barrierefreie Toilette mit Duschmöglichkeit, ein separates Frauen- und Herren –WC sowie ein WC mit Arbeitswaschbecken für die WSB-Ateliers.

 

Bei der Ausstattung wurde großer Wert auf hohe Beanspruchbarkeit, Pflegeleichtigkeit und Energieeffizienz gelegt (Armaturen mit Sensortechnik, bedarfsbezogene Warmwasserbereitung, Licht- und Lüftungssteuerung über Bewegungsmelder), sowie den neuersten Sicherheitsstandards entsprochen. Eine angenehme Raumakustik wurde mittels abgehängter Decke aus schallabsorbierenden Paneelen geschaffen. Eine verspiegelte Glasscheibe vom Frauen-WC zum Gang unterstützt ein Gefühl der Übersicht. Im ersten Stock wurden über allen WC-Räumen Oberlichten eingebaut, die das natürliche Tageslicht bis in den Gang leiten.

 

Warum dauert das immer länger als geplant?

Nach Abbruch der Fliesen im Kellergeschoß stellte sich heraus, dass der bestehende Unterbau brüchig und nicht mehr zu verwenden war. Aufgrund der vorhandenen, geringen Aufbauhöhe musste in aller Eile eine Bodenlegfirma gefunden werden, die spezialisiert ist auf hochbeanspruchbare Industrieestriche. Mit einer Verzögerung von rund zwei Wochen war ein Boden eingebracht, der den Vorteil hat, dass die versiegelte Oberfläche bereits fertig und zudem hoch belastbar und strapazierfähig ist. Pannen und kleinere Mängel gehören zu jeder Baustelle. Beim Installateur war es heuer allerdings ziemlich verhext. Die Waschtische für Frauen- und Herren-WC wiesen erhebliche Transportschäden auf und mussten nochmals produziert werden; Lieferzeit drei Wochen. Aber auch von der zweiten Lieferung war nur ein Waschtisch zu verwenden. Der andere wurde wieder zurück geschickt. Wir hoffen auf gutes Gelingen im dritten Anlauf.

 

Im Hof wurde beim Entfernen der alten Pflasterung vor dem Müllplatz ein alter verrosteter Schachtdeckel entdeckt. Darunter lag ein Kellerschacht von ca. 40m³. Da dieser Bereich der Hauptzufahrtsweg für Transporte darstellt, war es nötig, die fehlende Tragfähigkeit und die dadurch gegebene Gefährdung zu beseitigen. Der Hohlraum wurde entsprechend den statischen Erfordernissen mit selbstverdichtendem Magerbeton verfüllt, sodass auch wieder die Siegl´sche Eisenbahn darüber fahren kann.

 

Was passierte im Außenbereich? Im Anschluss an die Pflasterarbeiten von 2011, die hauptsächlich im vorderen Hofbereich – Statt-Beisl bis Fotogalerie - stattfanden wurde heuer die Fläche des hinteren Hofes neu gepflastert. Dafür wurde im Bereich der Fotogalerie – Stiege 5 – Ausfahrt Severingasse – WUK-Bar - die alte Pflasterung entfernt der Unterbau neu gemacht und für die Pflasterung die vorhandenen Steine verwendet und, wo erforderlich, durch neues Kleinkopfpflaster ergänzt. An der Längsseite des Mittelhauses wurde der Reihenverbund des Pflasters weitergeführt, die Zufahrtsrampe zur Severingasse mit dem Rosspflaster belegt und im hinteren Bereich des Mittelhauses an die bestehende Segmentbogenverlegung angeschlossen. Entsprechend den neuen Geländeniveaus wurden Rigole versetzt und in den bestehenden Kanal eingebunden.

 

Was heute noch fehlt?

Um den Bereich des Zuganges zur Stiege 5 großzügiger zu gestalten, wird „unser Teppich“ verlängert und Betonfertigteile und eine Fertigteiltreppe versetzt. Die Stützmauer zur Ausfahrtsrampe gibt es schon. Daran wird in Folge eine Absturzsicherung montiert und der kleine Platz vor der Fotogalerie mit Pflastersteinen ergänzt. An der Rückseite des Mittelhauses wurde bereits ein neues Portal versetzt – Zugang zum Büro der WUK-GmbH. Der geplante Ausbau mit einer Galerie musste allerdings aus Kostengründen verschoben werden.

 

Dank nach Außen und Innen

Für die Planung und Bauaufsicht zeichnet das Architekturbüro RAHM verantwortlich. Unser Dank gilt ihnen und allen anderen - intern und extern - die zum Gelingen und zum guten Ergebnis der Sommerbaustelle 2013 beigetragen haben. Und auch an alle Sommerbaustellen-Geschädigten, die in diesem heißen Jahrhundertsommer bei geschlossenen Fenstern Lärm, Staub und Umwege erdulden mussten: ein Dank für ihre Geduld und ihr Verständnis und die Hoffnung, dass das Resultat sie alle entschädigt.