musikhaus

Am Anfang war die Wildnis

Jeder, der die Liegenschaft vor der Sanierung kannte, schwärmt vom üppigen Grün, welches das Gebäude selbst einhüllte. Der Garten war über die Jahre ein nahezu undurchdringliches Dickicht geworden:
ein Haus im Dornröschenschlaf. Nun sollte es durch das Engagement der neuen Eigentümer und der Freien Musikschule Wien wachgeküsst werden.

Die bestehende Vorstadtvilla wird für den Zweck einer Musikschule umgebaut. Im Erdgeschoß und im ersten Stock entstehen eine Betriebseinheit und im neu ausgebauten Dachgeschoß eine Wohnung. Das bestehende Treppenhaus wird auf Grund der ungünstig funktionellen Lage abgebrochen und durch ein neues Stiegenhaus im Osten als Zubau ersetzt. Die Fläche des alten Stiegenhauses wird mit einer Stahlbetondecke je Geschoß geschlossen und der Wohnnutzfläche einverleibt. Alle weiteren Decken werden als Verbunddecken verstärkt. Der Dachboden wird von innen gedämmt und mit Dachflächenfenstern bestückt. Im Inneren werden notwendige Zwischenwände in Leichtbauweise errichtet, die Sanitärräume erneuert und mit einem barrierefreien Wc im Erdgeschoß erweitert.
Das Gebäude bleibt in seiner Struktur und Kubatur erhalten. Die Gebäudehülle bekommt neue Holz-Alu-Fenster und wird mit Mineralschaumplatten und einem diffusionsoffenen Systemputz thermisch saniert.

Die Gestaltung ist inspiriert von der Leichtigkeit der Musik und der Lebendigkeit von Kindern: Das Stiegenhaus mit der Glasfassade zum Garten erinnert an ein Puppenhaus aus Kindertagen und lässt in der Betrachtung die kleinen MusikerInnen die Stiegenläufe wie Tonleitern erklimmen. Die neue hochformatige Fensterteilung, die helle Farbgebung der Gestaltungselemente und die Einbindung in eine Gartenlandschaft erinnert an die Eleganz und Romantik einer venezianischen Villa.

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